Flexible Offensive
In zehn absolvierten Begegnungen sammelte der SV Sigmaringen bis dato ansehnliche 22 Punkte. Auch nach der Niederlage gegen den FV Bad Schussenried und dem Einbüßen der Tabellenführung fällt das Zwischenfazit von Kommandogeber Helmut Ulmer durchaus positiv aus. „Ich bin bislang mit den Leistungen der Mannschaft und der erreichten Punktzahl zufrieden“, sagt der 64-jährige.
Neben erfolgreich gestalteten Partien steht sein Team in dieser Spielzeit aber besonders für Tore. Satte 32-mal zappelte das Leder bereits in den Maschen der Kontrahenten – dem gegenüber stehen 14 Gegentore. „Wir sind in diesem Jahr in der Offensive sehr flexibel, verteilen vieles auf mehreren Schultern und sind dadurch nicht von einzelnen Spielern abhängig“, meint Ulmer.
„Ein Ausnahmespieler“
Und dennoch stechen in der Torjägerliste besonders zwei Akteure heraus: Daniel Abdulahad führt die Liga-interne Bestenliste derzeit mit zehn erzielten Treffern an. Dicht auf den Fersen ist ihm sein Mannschaftskamerad Lucas McAllister, der mit seinem Doppelpack gegen den FV Bad Schussenried die Saisontreffer sieben und acht erzielte und damit auf Platz zwei rangiert. Der 22-Jährige schloss sich dem SV Sigmaringen im Laufe der Vorbereitung an, wechselte direkt vom College-Fußball in Seattle zum Klub von der Donau. Ein Deal, den Co-Trainer Armin Maier durch den bestehenden Kontakt zu McAllister eingetütet hatte.
„Daniel Abdulahad ist ein Ausnahmespieler, und auch Lucas ist ein großes Talent. Jedoch muss ich betonen, dass die beiden alleine natürlich auch kein Spiel gewinnen können. Es wird oft vergessen, dass wir mit Dominik Bentele einen Spieler in unseren Reihen haben, der neben Armin am Höchsten gespielt hat. ‚Dome‛ gibt der Mannschaft sehr viel und geht dabei immer voran. Auch die ganzen Neuzugänge, die wir im Sommer dazugewinnen konnten, werten das Spiel sehr auf. Außerdem haben wir mit Armin Maier natürlich eine Granate, die wir im Moment leider nicht auf die Position im zentralen defensiven Mittelfeld stellen können. Es gibt meiner Ansicht nach wenige, die diese Position besser spielen können, als er. Auch als Trainerkollege macht Armin einen super Job“, sagt Ulmer.
Luft nach oben in der Abwehr
So sind die Aufgabengebiete im Spiel des SV Sigmaringen auf vielen Schultern verteilt, jeder kennt seine Rolle und versucht sich entsprechend ins Team einzubringen. Dennoch macht Ulmer in gewissen Angriffsbereichen noch Entwicklungspotenzial aus: „Unsere Offensive muss noch schneller nach vorn gehen und mit maximal zwei Ballkontakten spielen. Daran arbeiten wir aktuell im Training sehr viel, um den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen und noch effektiver und effizienter zu sein.“
Nichtsdestotrotz sind die 32 erzielten Treffer ligaweiter Bestwert, der aktuell am ehesten vom FC 1911 Krauchenwies/Hausen a.A./Göggingen ernsthaft attackiert werden könnte – bejubelte der Tabellenvierte doch in Summe 28 Tore. Auf der anderen Seite wies der SV Sigmaringen in der Defensive immer wieder leichte Anfälligkeiten auf und gehört eher zum Mittelfeld. „Die 14 Gegentreffer sind leider 14 zu viel. Genauso wie wir unser Offensivspiel verbessern wollen, arbeiten wir natürlich auch an unserem Defensivverhalten“, verrät Ulmer.
Besonders die anstehenden Partien werden zeigen, ob die Ansätze bereits Früchte tragen. Am Sonntag reist der SV Sigmaringen zum Auswärtsspiel gegen den SV Hohentengen, der ebenfalls über Landesliga-Erfahrung verfügt. Am 14. November folgt dann das Spitzenspiel gegen die SGM Ringschnait/Mittelbuch, die aktuell als Tabellennachbar auf dem dritten Rang steht und sich ebenfalls berechtigte Chancen im Ringen um die Aufstiegsplätze ausrechnet.
Quelle, Schwäbische Zeitung - Marco Schneider

